Ein schlechter Score ist schlecht für das Unternehmen, kann er doch einen erheblichen Schaden anrichten. Beruht die Berechnung des Bonitätsindex durch die Rating-Agentur auf veralteten und unvollständigen oder gar falschen Informationen hat deshalb das betroffene Unternehmen einen Unterlassungsanspruch, wie im folgenden Fall: Eine Rating-Agentur bewertete ein Unternehmen mit dem höchsten Risikofaktor und äußerte: „Das Ausfallrisiko wird als hoch eingestuft“ sowie „Sicherheiten empfohlen“. Das Unternehmen klagte dagegen erfolgreich vor dem OLG Frankfurt (Urt. v. 7.4.2015 - 24 U 82/14).

Schlechter Score – schlechte „Karten“

Bei einem schlechten Score drohen einem Unternehmen folgende Szenarien:

  • Kreditzins steigt
  • Kreditlinie wird gestrichen
  • Anbieter wird nicht in Lieferantenliste aufgenommen oder gestrichen
  • Warenlieferung erfolgt nur noch gegen Vorkasse

Jede dieser Konsequenzen kann für sich allein genommen einen hohen Schaden anrichten. Die tatsächliche Gefahr besteht allerdings sogar darin, dass sich mehrere Risiken realisieren. Das kann im schlimmsten Fall zur Insolvenz des Unternehmens führen.

Anforderungen an eine Unternehmensbewertung

Ganz unabhängig davon, welches Verfahren zur Unternehmensbewertung genutzt wird, ist für ein seriöses Ergebnis stets die Berücksichtigung eines Mindestmaßes an korrekten Fakten die Voraussetzung. Werturteile setzen eine solide Tatsachenbasis voraus. So kommt das Gericht auch zu der richtigen Feststellung, dass die Bewertung eines Unternehmens, die sich nur auf einen Einzelfaktor – hier eingetragene Rechtsform – stützt, nicht dem Maßstab an ein wissenschaftlich anerkanntes mathematisch-statistisches Verfahren genügt, das Rating-Agenturen anzuwenden haben. Im vorliegenden Fall wurde dem Unternehmen einzig und allein zum „Verhängnis“, dass es sich um einen eingetragenen Einzelhandelskaufmann und nicht um eine Kapitalgesellschaft handelte.

Score-Wert: Falscher Eindruck durch verantwortungslose Oberflächlichkeit

Das Gericht kam zu dem Ergebnis, dass die Agentur das Recht des Unternehmens am eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb verletze, weil es den Eindruck umfassender Verwertung mehrerer Variablen erwecke. Dieses Vorgehen der Agentur sei von einer „verantwortungslosen Oberflächlichkeit“ geprägt. Die Agentur wurde deshalb verurteilt, es zu unterlassen, gegenüber Dritten die unzutreffende Risikoeinschätzung zu erteilen.

Die Kosten des Rechtsstreits und die vorgerichtlichen Rechtsanwaltskosten hatte die Agentur als Schadensersatz zu tragen.

Schlechter Score für Unternehmen: Ignorieren bedeutet kapitulieren

Ein schlechter Score ist schlecht für Ihr Unternehmen, ein falscher Score kann das „Aus“ bedeuten. Deshalb: Wehren Sie sich, wenn Ihr Unternehmen falsch bewertet wird. Sie haben ein Anrecht auf Datenschutz, das durch falsche oder unverhältnismäßige Datenverarbeitungen verletzt wird. Ihnen stehen dann Ansprüche auf Löschung bzw. Widerruf, Unterlassung und ggf. auf Schadenersatz zu.

Unser Angebot

Wir bieten Ihnen zunächst eine kostenlose Ersteinschätzung Ihres Scoring-Problems an. Dabei sagen wir Ihnen, welche Ansprüche Sie haben, was wir für Sie tun können, um ihren guten Ruf wiederherzustellen und was das kostet. Am Ende entscheiden Sie, ob Sie uns mandatieren.

Überblick über Auskunfteien & Rating-Agenturen

  • Bisnode Deutschland GmbH S&P
  • Standard & Poors
  • Bürgel Wirtschaftsinformationen GmbH & Co.
  • Moody’s
  • Creditreform Boniversum GmbH
  • Fitch Ratings
  • IHD Ges. f. Kredit-u Forderungsmanagement mbH
  • infoscore Consumer Data GmbH
  • Euler Hermes Rating
  • Verband der Vereine Creditreform e.V.
  • Creditreform Rating
  • SCHUFA Holding AG
  • URA-Unternehmensratingagentur