Darlehensgebühren bei Bausparverträgen sind illegal und können zurückgefordert werden

Bausparer müssen keine Gebühr mehr bezahlen, wenn sie sich ein Darlehen ausbezahlen lassen. Der Gesetzgeber hat in einem Grundsatzurteil (Urteil des BGH vom 8. November 2016, Az. XI ZR 552/15) Darlehensgebühren bei Bausparverträgen für illegal erklärt. Der Grund: Die Bausparkassen lassen sich mit den Darlehensgebühren ihren eigenen Aufwand für die Bearbeitung vergüten, ohne dafür eine Leistung für den Kreditnehmer zu erbringen. Schließlich verdienen Bausparkassen schon an den Zinsen. Jetzt können sich tausende Bausparer ihr Geld aus den gezahlten Darlehensgebühren zurückholen oder sie gar nicht erst bezahlen. Nutzen Sie für die erfolgreiche Rückforderung oder Abwehr der Darlehensgebühren unseren kostenfreien Musterbrief und weitere hilfreiche Tipps.

Darlehensgebühren bei Bausparverträgen müssen erstattet werden

Das Urteil hat für Bausparkassen weitreichende Folgen – für Bausparer kann es ein Geldsegen sein: Wenn nach der Zuteilung des Vertrags das Bauspardarlehen in Anspruch genommen wird, muss die Darlehensgebühr künftig nicht mehr gezahlt werden. Hat die Bausparkasse die Gebühr bereits verlangt, können Bausparer die Rückzahlung verlangen – sofern der Anspruch noch nicht verjährt ist. Nutzen Sie unseren kostenfreien Musterbrief.

So hoch sind Darlehensgebühren bei Bausparverträgen

Das Urteil wurde zwar gegen die Bausparkasse Schwäbisch Hall gefällt – aber auch andere Bausparkassen haben Darlehensgebühren erhoben. Bei den meisten Bausparverträgen betragen diese Darlehensgebühren zwischen 2% und 4% der Kreditsumme. Bei einem Bauspardarlehen von 60.000 Euro beträgt die Darlehensgebühr also zwischen 1.200 Euro und 2.400 Euro. Hinzu kommen Zinsen für gezogene Nutzungen, die bei der Rückerstattung der Darlehensgebühr noch oben draufkommen.

Bausparer nehmen ihr Darlehen nicht in Anspruch

Insgesamt knapp 30 Millionen Bausparverträge haben die Deutschen abgeschlossen. Doch viele Kunden nehmen am Ende der Ansparphase das Darlehen gar nicht in Anspruch, sondern lassen sich die Sparzinsen gutschreiben. Deswegen haben viele Bausparkassen eine Gebühr erhoben – die Darlehensgebühr – wenn ihre Kunden tatsächlich einen Kredit aufnehmen.

Abschlussgebühren sind zulässig - Darlehensgebühren unzulässig

Ein Bausparvertrag teilt sich grundsätzlich in zwei Phasen: In die Anspar- und die Darlehensphase. Der Übergang von der einen in die andere wird als Zuteilungsphase bezeichnet. Die Abschluss­gebühr, die zu Vertrags­beginn und vor der Ansparphase erhoben wird, ist zulässig. Die Darlehens­gebühr, die beim Übergang in die Darlehensphase erhoben wird, darf nach neuer Rechtsprechung nicht mehr erhoben werden, weil sie die Kunden unangemessen benachteiligt.

Um welche Bausparverträge geht es?

In dem Fall, der vor dem Bundesgerichtshof entschieden wurde, ging es um die Darlehensgebühr in einem Bausparvertrag der Bausparkasse Schwäbisch Hall. Von den 12 Bausparkassen, darunter z.B. BHW, Wüstenrot oder Debeka, haben möglicherweise alle eine Darlehensgebühr in ihren Bausparverträgen erhoben. Die Schwäbisch Hall hat die Darlehensgebühr nach eigenen Angaben bereits 2000 abgeschafft. Die Wüstenrot bietet seit Oktober 2013 keine Verträge mit dieser Gebühr mehr an. Vor allem früher war die Darlehensgebühr bei Bausparverträgen nach Angaben der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen aber noch weit verbreitet.

Wie lange kann man die Darlehensgebühren bei Bausparverträgen zurückfordern?

Die Verjährung der Ansprüche von Darlehensgebühren bei Bausparverträgen ist allerdings bei älteren Abschlüssen in diesem Urteil nicht mitentscheiden worden. Man kann davon ausgehen, dass alle Bausparverträge 10 Jahre rückwirkend angreifbar sind. Hier geht es aber nicht darum, wann der Bausparvertrag geschlossen wurde, sondern wann die Darlehensgebühr gezahlt wurde. Bei der Zahlung einer Darlehensgebühr im Jahre 2007 ist Eile geboten, da zum Jahreswechsel der Rückzahlungsanspruch verjähren könnte.

So fordern Sie sicher und schnell Ihre Darlehensgebühr zurück:

1. Bausparvertrag checken

Ist in Ihrem Bausparvertrag eine sog. Darlehensgebühr enthalten? Es gibt zwei einfache Wege das herauszufinden: Entweder Sie werfen einen Blick auf den ersten Kontoauszug des Darlehenskontos oder Sie schauen in den „Allgemeinen Bausparbedingungen“ nach, welche man mit Abschluss des Bausparvertrages erhalten hat, ob dort eine Darlehensgebühr vorgesehen ist. Unser Tipp: Bei den „Allgemeinen Bausparbedingungen“ kann sich ein zweites Durchlesen lohnen, da die Klausel versteckt sein kann.

2. Zahlungsdatum beachten

Das Zahlungsdatum der Darlehensgebühr ist hier entscheidend. Liegt dies weniger als 10 Jahre zurück, können Sie Ihre Darlehensgebühr zurückfordern. Eile geboten ist lediglich bei der Zahlung im Jahre 2007, da zum Jahreswechsel der Rückzahlungsanspruch verjähren könnte.

3. Gebühr per Musterbrief zurückfordern

Nutzen Sie unseren kostenfreien Musterbrief zur Rückforderung oder zur Abwehr Ihrer Darlehensgebühren. Unser Schreiben bietet Ihnen die bestmöglichen Chancen, Ihre Gebühren - nebst Zinsen - zurückzubekommen. Zudem geben wir Ihnen kostenfrei weitere hilfreiche Tipps und Hilfestellungen bei der Nutzung unseres Musterbriefs. Hinweis: Das Schreiben an Ihre Bausparkasse ist nicht verjährungshemmend, falls in Ihrem Fall Verjährung droht.