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atypische Gesellschaften >> Allgemeines
GOJ AG
1.11.2004

Das Unternehmen

Die GOJ Immobilienhandel AG ist seit 1998 eine Gesellschaft der EURO-GRUPPE, mit Sitz in Würzburg.  Wie alle Gesellschaften der EURO-GRUPPE verspricht sie ihren Mitgesellschaftern eine Vermögensbildung „mit sicherer Rendite und hoher Wertsteigerung durch Immobilieninvestitionen“.

Die GOJ ist die Gründungsgesellschaft der GOJ II Immobilienhandel AG, deren Gründung mit Gesellschafterbeschluss vom 18.11.2003 eingeleitet wurde. Die GOJ II Immobilienhandel AG ist wie alle Unternehmen der Euro-Gruppe eine atypisch stille Gesellschaft.

Die Gesellschaft wirbt ihre Investoren damit, Anlagepotentiale erschließen zu wollen, die sonst nur institutionellen Großinvestoren vorbehalten seien.

Bei der GOJ Immobilienhandel AG konnte sich jeder Interessent durch eine Einmaleinlage ab 5.000 DM oder durch Ratenzahlung ab monatlich 50 DM bei einer Mindestlaufzeit von 10 bis 30 Jahren beteiligen.

 

Das Angebot: Rendite und Steuervorteile

Die GOJ Immobilienhandel AG ist ein Unternehmen zur Kapitalanlage im so genannten Blind-Pool-Verfahren am Grauen Kapitalmarkt. Das heißt, das ihr zur Verfügung gestellte Kapital wird in vorher nicht bestimmter Art und Weise in den verschiedensten Formen wie in Kapitalanlagen (Aktien, Pfandbriefe Investmentzertifikate, Schuldverschreibungen etc.), Erwerb und Beteiligung von und mit Beteiligungen an Unternehmen, Erwerb und Handel mit Grundstücken, Vermittlung von Immobilien, Beteiligungen, Versicherungen, Bausparverträge angelegt.

Die Zeichner der atypisch stillen Beteiligungen sollen gleich doppelt profitieren: einmal durch die versprochene Rendite und einmal durch Steuervorteile.

 

Der Vertrieb

Verschiedene Strukturvertriebe arbeiten im Auftrag der Euro-Gruppe daran, Anleger für die riskanten Beteiligungsangebote dieser Gesellschaften zu finden. Dazu zählen z.B. die AVB GmbH. Diese Vertriebsorganisation wirbt zur Kapitalbeschaffung auch für die GOJ AG.

 

Warnung der Stiftung Warentest

Die Zeitschrift FINANZtest warnt vor der Euro-Gruppe, die "... immer mehr Firmen gründe, um ihre riskanten Beteiligungsangebote unters Volk zu bringen." Nach Einschätzung der Finanztester ist es riskant, Geld in die Gesellschaften einzuzahlen (siehe auch FINANZtest 5/2000, S. 59).„Gleich mehrere Gründe sprechen gegen eine langjährige atypisch stille Beteiligung, bei der Anleger nicht nur an den Gewinnen, sondern auch an den Verlusten der Gesellschaften beteiligt sind:

  • Die Renditeversprechen sind zweifelhaft.
  • Die Kosten für die Anlage sind hoch.
  • Die Staatsanwaltschaft ermittelt laut Auskunft von Oberstaatsanwalt Bruno Messer gegen die Verantwortlichen der Euro-Gruppe wegen strafbarer Werbung, Untreue und Betrugs.

 

In der Vergangenheit wurden Anleger immer wieder von Mitarbeitern der Allgemeinen Vermögensberatung GmbH (AVB) in Würzburg überredet, Lebensversicherungen vorzeitig zu kündigen. Das von den Versicherungen ausgezahlte Geld (Rückkaufswert) wurde dann in die Beteiligungen der Euro-Gruppe eingezahlt. Die Vermittler verschwiegen, dass solche vorzeitigen Kündigungen regelmäßig mit Verlusten verbunden sind. Jürgen Spilker, Vorstand der Anlagegesellschaften, störte das nicht. Denn Spilker führt auch die AVB.“ (Finanztest, 4/2002, S. 42).

 

  • Die Rechtsabteilung der Euro-Gruppe forderte uns mit Schreiben vom 08.11.2004 unter Androhung gerichtlicher und standesrechtlicher Schritte auf zu erklären "dass seit dem 12.08.2004 und 06.10.2004 ... die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen strafbarer Werbung, Untreue und Betrugs gem. § 170 II StPO eingestellt worden sind."

 

2004: Der Ausstieg

Bei vorzeitiger Beendigung oder bei Zahlungseinstellung müssen Anleger an die GOJ Immobilienhandel AG nach dem Prospekt  eine so genannte Abgangsentschädigung in Höhe von 11,9 % der Zeichnungssumme zahlen.

 

  • In ihrem Schreiben vom 08.11.2004 erklärt die Euro-Gruppe wörtlich: "Der Anleger hat lediglich Emissionskosten in Höhe von 11,9 % zu tragen. Darin ist bereits auch die an den Vertrieb auszuschüttende Provision enthalten. Mit 11,9 % liegt die Euro-Gruppe weit unter dem Marktdurchschnitt. ... Das in einem solchen Fall (vorzeitiger Ausstieg - der Verf.) der Gesellschafter Kosten zu übernehmen hat, die er durch seinen Beitritt verursacht hat, liegt auf der Hand ..."

 

Wir vertreten eine Vielzahl von Mandanten gegen die Euro-Gruppe (GOJ AG, Pierenz Immobilienhandel AG, Schuster Schreiber AG) wegen arglistiger Täuschung (Verschleierung von Risiken, Abgabe unrealistischer Renditeversprechungen, Täuschung über Laufzeit bzw. Ausstiegsmöglichkeiten  etc.),  fehlender bzw. nicht korrekter Widerrufsbelehrung beim Haustürgeschäft, Verschweigen von kritischen Veröffentlichungen in der Fachpresse etc.

Wir fordern die Rückabwicklung der Beteiligung als atypischer stiller Gesellschafter an der GOJ Immobilienhandel AG. Das heißt: die Rückzahlung geleisteter Beiträge sowie die Freistellung von zukünftigen Verpflichtungen.


Ansprechpartner:


Dr. Timo Gansel
Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht
Tel.: 030 226674-0
E-Mail: gansel@gansel-rechtsanwaelte.de


Jana Meister
Fachanwältin für Versicherungsrecht
Tel.: 030 226674-0
E-Mail: meister@gansel-rechtsanwaelte.de


24. Mai 2012 - 08:46
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