Berlin, den 8. Juli 2011. Mittelständische Unternehmen nutzen verstärkt Anleihen als Finanzierungsinstrument. In einem Interview vom 5. Juli warnen Kapitalmarktexperten im Handelsblatt davor, dass manch kleineres Unternehmen nicht in der Lage sein wird, seine Anleihe zurückzuzahlen. Damit droht sowohl Privatanlegern als auch institutionellen Investoren wie Fondsverwaltern und Familiy Offices Schaden.
Anleihen vorteilhaft für Unternehmer und Anleger?
Für mittelständische Unternehmen ist es vorteilhaft, sich unabhängiger von der Bankenfinanzierung zu machen. Und Anleger sind angesichts niedriger Zinsen auf der Suche nach Alternativen mit attraktiven Renditen. So können Anleihen durchaus sowohl den Unternehmen als auch den Anlegern zu Gute kommen. Doch nicht jede Anleihe wird die Erwartungen der Anleger erfüllen können. Oft sind bei einer endfälligen Anlage derart hohe Beträge am Ende der Laufzeit zurückzuzahlen, die oftmals nicht erwirtschaftet werden können.
Hohe Anforderungen an die Beratung
Bei der Vermittlung von Mittelstandsanleihen sind hohe Anforderungen an die Beratung zu stellen. Abgesehen von einer anleger- und anlagegerechten Beratung muss das Anlageprodukt vom Berater auf Plausibilität geprüft werden. Das betrifft z.B. Kennzahlen wie das Verhältnis zwischen Nettoverschuldung und Ebitda (betriebswirtschaftliche Kennzahl zur Rentabilität eines Unternehmens). Auch ist der Anleger über das Rating des Unternehmens zu informieren.
Falschberatung führt zur Haftung
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes kann der auf einer fehlerhaften Beratung beruhende Erwerb einer für den Anlageinteressenten nachteiligen, seinen konkreten Anlagezielen und Vermögensinteressen nicht entsprechenden Kapitalanlage bereits für sich genommen einen Schaden darstellen und damit zur Haftung führen. Anleger, die vor allem über die Risiken und Kosten - nicht zuletzt auch die Provisionen - nicht richtig und vollständig aufgeklärt wurden, sollten ihre Beteiligungen durch einen spezialisierten Rechtsanwalt prüfen lassen.
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