Berlin, den 4. Juli 2011. Mittlerweile investieren neben erfahrenen institutionellen und vermögenden Investoren auch viele Kleinanleger in Hedge-Fonds und ähnliche Fonds, die nach dem EU-Recht aufgelegt wurden. Während die Höhe der Rendite leicht zu erfassen ist, bleiben die Risiken für diese Anleger meist unverständlich und werden unterschätzt. Unvollständige, fehlende oder gar falsche Beratung des Vermittlers kann deshalb zu einem hohen Schaden für den Anleger führen.
Hedge-Fonds
Hedgefonds sind spezielle Investmentfonds, die eine spekulative Anlagestrategie verfolgen. Typisch für diese Fonds ist der Einsatz von Derivaten und Leerverkäufen. Hedge-Fonds versprechen oft einen Geldmarktsatz plus einem Renditeaufschlag. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie die Chance auf sehr hohe Renditen bieten und dafür mit einem entsprechend hohen Risiko behaftet sind.
Fonds nach dem EU-Recht
Zur genaueren Kontrolle der Hedge-Fonds wurde eine EU-Investment-Richtlinie erarbeitet, die Rahmenbedingungen für Alternative Investmentfonds und deren Fondsmanager(AIFM) regelt. Zu den „Alternativen Investmentfonds“ zählen alle offenen und geschlossenen Investmentfonds, unabhängig von ihrer Rechtsform, die nicht der für Wertpapierfonds bestehenden OGAW-Richtlinie (Organismus für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren) unterliegen. Die AIFM-Richtlinie erfasst nicht nur Hedge-Fonds und Private Equity-Fonds, sondern auch Rohstoff- und Immobilienfonds.
Die Fondsmanager der Alternativen Investmentfonds sind verpflichtet, sich bei ihrer Aufsichtsbehörde registrieren zu lassen. Zudem müssen sie bestimmte Wohlverhaltensregeln, wie Vermeidung von Interessenkonflikten, Risiko- und Liquiditätsmanagement etc. einhalten. Außerdem enthält die Richtlinie Vergütungsvorgaben, um die Manager von unangemessen riskanten Anlagen abzuhalten. Des Weiteren haben die Manager Informationen gegenüber der Aufsichtsbehörde und den Anlegern offenzulegen.
Manager aller Fonds, die dieser Richtlinie unterfallen, unterliegen insofern einer gewissen Kontrolle und Beschränkung. Doch Vorsicht: Das Risiko dieser Geldanlagen wird dadurch nicht minimiert. Hier besteht die Gefahr, dass sich Anleger in einer Scheinsicherheit wägen.
Risiko
Die Tücke liegt zunächst immer im Produkt. Hedge-Fonds erscheinen manchem Anleger als ein Finanzprodukt unter vielen, ohne dass er die Risiken erkennt oder wie bei den „Richtlinien-Fonds“ unterschätzt. Zudem mindern nicht selten hohe Gebühren die Rendite.
Nur der erfahrene und vermögende Anleger, die sich auch Verluste leisten können, sollte sein Geld in Hedge-Fonds und ähnliche Fonds anlegen.
Schadenersatz bei Falschberatung
Schadenersatzansprüche kann der Anleger geltend machen, wenn er über seine Anlage falsch oder unzureichend beraten wurde oder wenn diese nicht seinem Anlegerprofil, vor allem seiner Risikobereitschaft, entspricht. Wer über die Risiken und Besonderheiten von Hedge-Fonds nicht aufgeklärt wurde, sollte im Schadensfall seine Ansprüche prüfen lassen.
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