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Special: Geschlossene Fonds >> Lebensversicherungsfonds
Gesellschafterversammlung der BAC LifeTrust Fonds (LTAP): Lebensversicherungsfonds todkrank – Anleger müssen um ihre Einlagen bangen
20.1.2011

Berlin, den 20.01.2011: Gestern fand im Berliner Hotel Maritim die Gesellschafterversammlung für „Life Trust Fonds“ des deutsch-amerikanischen Emissionshauses BAC Berlin Atlantic Capital AG statt. Der Grund für diese außerordentliche Gesellschafterversammlung sind die akuten Probleme. Denn über das Vermögen der amerikanischen Zielgesellschaft LTAP US (Life Trust Asset Pool US, LLLP) wurde die Eröffnung des Insolvenzverfahrens nach US-amerikanischem Recht (Chapter 11) beantragt. Das bedeutet, dass Anleger von Fondsgesellschaften der BAC, die in den LTAP US investiert haben, um ihre Einlagen bangen müssen. Betroffen sind folgende Life Trust Fonds:

  • Life Trust 2
  • Life Trust 6
  • Life Trust 7
  • Life Trust Premium 8
  • Life Trust Premium 10
  • Life Trust 11
  • Life Trust Premium 12
  • BAC Life Trust 14

 

Kreditfinanzierter Kauf von Lebensversicherungspolicen wird zum Problem
Die LTAP wurde gegründet, um mit gebrauchten US-Lebensversicherungspolicen zu handeln. Ursprünglich erfolgte der Kauf dieser Policen ausschließlich mit dem eingeworbenen Kapital der Fondsanleger wobei im Prospekt die Aufnahme von Fremdkapital in bis zu dreifacher Höhe zumindest vorgesehen war. Um ihr Portfolio ausbauen zu können sowie die Liquidität zu sichern, nahm die LTAP dann eine Kreditlinie bei der Wachovia Bank auf, welche im Zuge der weltweiten Finanzkrise von der Wells Fargo übernommen wurde. Letztere war an der Fortführung des Kreditarrangements nicht mehr interessiert und drohte nach Auslaufen der ursprünglich gewährten Kredite dem LTAP mit der Vollstreckung in die als Sicherheit gegebenen Policen. Dem LTAP ist es bislang nicht gelungen, Banken zu finden, die bereit sind, hier zu investieren und damit die Fonds am Leben zu erhalten. Soweit es zur Verwertung der Lebensversicherungspolicen kommt, droht der Verlust des von den Anlegern eingesetzten Eigenkapitals. Zum Schutz des investierten Kapitals stellte der LTAP einen Antrag im sog. Chapter-11-Verfahren.

  

Insolvenzverfahren steht an
Der Treuhandkommanditist führte auf der Gesellschafterversammlung aus, dass er das Chapter-11-Verfahren unter dem Aspekt des Anlegerschutzes für sinnvoll erachte. Mit einem neuen Konzept soll der Fortbestand der Fonds gesichert werden, wobei ein amerikanisches Gericht die Re-Organisation der Finanzen des Unternehmens überwacht. Zum Stand des Verfahrens bei LTAP (BAC LifeTrust-Fonds) wurde ausgeführt, dass nach einer Fristverlängerung die Anhörung vom 06.01.2011 auf den 31.01.2011 verschoben wurde. Nach Kenntnisstand der BAC habe die Wells Fargo – die kreditgebende Bank, die offenbar nicht mehr willens ist, Geld zu geben - eine Fristverlängerung bis zum 10.02.2011 beantragt. Dem Gericht muss bis zum 31.01.2011 ein Fortführungskonzept vorgelegt werden.

 

Was ist den Anlegern zu raten?
Dem Anleger ist es letztlich egal, was zur Existenzfrage des Fonds geführt hat, in den er im Vertrauen auf die Versprechungen des Vermittlers und die optimistischen Prognosen im Emissionsprospekt investiert hat, wenn es jetzt darum geht, dass sein ganzes Geld auf dem Spiel steht. Dass er nun wieder zahlen soll, ist – um es mit einem „Unwort“ auszudrücken - nicht alternativlos. Auch wenn noch mehr Anlegergeld theoretisch die beschriebenen Probleme lösen könnte: Jeder muss für sich entscheiden, ob er noch einmal denjenigen Geld anvertraut, die ihn mehr als enttäuscht haben.

 

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24. Mai 2012 - 07:08
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