Berlin, den 19.07.2006. Die Kanzlei Gansel Rechtsanwälte informiert Sie über einen Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 18. Juli 2006 über die Situation der Deutsche Beamtenvorsorge Immobilienholding AG (DBVI).
Pressemitteilung der DBVI
Die Deutsche Beamtenvorsorge Immobilienholding AG (DBVI) hat am 14.06.2006 in einer Pressemitteilung verbreitet, „dass bei der Aufstellung der Jahresbilanz 2005 durch weitere bewertungsbedingte Abschreibungen auf den Beteiligungsbesitz von voraussichtlich 23 Mio. € ein Verlust eingetreten ist, der zu einer Reduzierung des Grundkapitals von aktuell 57.811.200,- € auf weniger als die Hälfte führt. Das Eigenkapital auf Basis des Jahresabschlusses 2004 betrug 33,4 Mio. €.“
Einladung zur Hauptversammlung
Da § 92 Abs. 1 AktG von Aktiengesellschaften verlangt, dass ein Verlust in Höhe der Hälfte des Grundkapitals einer unverzüglich einzuberufenden Hauptversammlung anzuzeigen ist, hat die Deutsche Beamtenvorsorge Immobilienholding Aktiengesellschaft (DBVI) ihre Aktionäre für den 28. Juli 2006 zur außerordentlichen und ordentlichen Hauptversammlung nach München einberufen. Der erste und wichtigste Tagesordnungspunkt lautet: „Anzeige eines Verlustes in Höhe der Hälfte des Grundkapitals“.
"Immobilien-Konzern in Schwierigkeiten"
Unter dieser Überschrift berichtet die Süddeutsche Zeitung aktuell über die Einladung zur Hauptversammlung aufgrund des massiven Eigenkapitalschwunds.
Die Zeitung erinnert an das Gründungsversprechen von Klaus Thannhuber, der „die Immobilie mobil machen“ wollte. Sicherheit der Immobilie kombiniert mit der Flexibilität von Aktien lautete sein Erfolgsrezept. Dieser eingängigen Argumentation folgten tausende Aktionäre und Anleger in der Hoffnung eine ebenso sichere wie renditestarke Kapitalanlage zu zeichnen. Doch die Realität ist eine andere. Seit Jahren macht die DBVI AG „Verluste im zweistelligen Millionenbereich.“
Wie die Süddeutsche Zeitung weiter schreibt, sei die DBVI AG jetzt auf die Kooperationsbereitschaft der Banken angewiesen, „um eine Insolvenz abzuwenden“. Inzwischen verkaufe die DBVI Immobilien – auch partiell die prestigeträchtige Münchner Schrannenhalle u.a. an den Gründer, Herrn Klaus Thannhuber, so die Süddeutsche Zeitung - und plane „eine vorzeitige Liquidation der beiden wichtigsten geschlossenen Immobilienfonds“.
"Anleger im Dilemma"
Die Aktionäre sind oft langfristig durch Aktien-Sparpläne an die DBVI AG gebunden. Aber auch die Anleger der DBVI Immobilienfonds sehen wohl düsteren Zeiten entgegen. Die Situation der DBVI AG wird durch den konstatierten Eigenkapitalschwund mit all seinen Folgen für das Unternehmen keineswegs besser. Sicher ist nur, dass die Anleger, die ihre Fondsanteile kreditfinanziert haben, weiter mit den Forderungen der Banken – wie der Privatbank Reithinger - konfrontiert werden. Herr Thannhuber hat Anfang 2003 seinen Vorstandsposten bei der DBVI wegen eines Interessenkonflikts aufgegeben. Doch, so die Süddeutsche Zeitung: „seine Bank allerdings verdient weiterhin an den Krediten, die sie den DBVI-Anlegern gewährt hat.“
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Lesen Sie auch unsere Meldung vom 15.09.2006 "Privatbank Reithinger ist zum Entschädigungsfall geworden".
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