Unser Experte für Kapitalanlagenrecht, Rechtsanwalt André Felgentreu, gibt in der Süddeutschen Zeitung vom 29.07.2005 den Anlegern des DBVI-Deutschlandfonds Auskunft über ihre Situation.
Lesen Sie dazu auch unsere Meldung vom 05.02.2008 "DBVI-Anleger: Ratenzahlung eingestellt und nun gemahnt? Wir sagen, was zu tun ist!" sowie unsere jüngste Meldung vom 29.01.2009 "SECI wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung zum Schadenersatz bei Wertpapiersparvertrag über DBVI-Aktien verurteilt".
„40 000 Aktionäre und 15 Immobilien
Der Münchner Kaufmann Klaus Thannhuber schuf den DBVI-Konzern, jetzt gehört ihm eine Bank
Der Münchner Kaufmann Klaus Thannhuber hat den Konzern der Deutschen Beamtenvorsorge Immobilienholding AG (DBVI) geschaffen. In den neunziger Jahren expandierte das Unternehmen kräftig. 40 000 Aktionäre stiegen ein, etwa 15 000 Anleger sind nach Angaben eines Sprechers an DBVI-Fonds beteiligt. Insgesamt wurde in 15 Immobilien investiert, unter anderen in die Opel-Hauptverwaltung, das WDR-Gebäude in Köln und das Areal der Münchner Schrannenhalle. Doch der Konzern steckt offenbar in Schwierigkeiten. Manche Immobilien sind schlecht vermietet. Die Bilanz der AG weist nach früheren Angaben für 2003 einen Verlust von 29 Millionen Euro auf. DieWirtschaftsprüfer schrieben: „Sollte es nicht zu einer nachhaltigen Verbesserung der Situation auf dem Immobilienmarkt kommen, könnte dies eine Gefährdung der künftigen Entwicklung des Konzerns bedeuten.“
Die Anleger warten deshalb gespannt auf die Bilanz für 2004. Sie wird den Aktionären am 14. September auf der Hauptversammlung vorgestellt. Viele Anleger der beiden DBVI-Deutschlandfonds haben inzwischen einen Rechtsanwalt eingeschaltet, weil die Ausschüttungen zuletzt schlechter ausfielen als erwartet. Die Folge: „Wer seine Beteiligung fremdfinanziert hat, kann erhebliche finanzielle Probleme bekommen“, sagt André Felgentreu aus der Berliner Kanzlei GanselRechtsanwälte. Und dies war nach seiner Darstellung in den meisten Fällen so: „Allen voran war es die Privatbank Reithinger, ehemals C & H-Bank, die die Kredite finanziert hat“, sagt Rechtsanwalt Felgentreu. Hier schließt sich der Kreis. Die C & H-Bank, jetzt Privatbank Reithinger, gehört Thannhuber. Die DBVI hat der Diplom-Kaufmann Ende 2002 verlassen. In Sachen Schrannenhalle trat er aber auch noch danach als Verhandlungspartner der Stadt München auf. Außerdem ist Thannhuber immer noch an einer DBVI-Tochter beteiligt, die das Projekt abwickelt. Die Schrannenhalle wird im August eröffnet.“
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