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Special: Geschlossene Fonds >> Immobilienfonds
Falk-Immobilienfonds

Das Unternehmen
Der Falk-Konzern in München, war einer der größten deutschen Anbieter von geschlossenen Immobilienfonds. Das von Helmut W. Falk gegründete Unternehmen existierte seit 1979 zunächst als Dienstleister und seither als Initiator von geschlossenen Immobilienfonds mit einer Spezialisierung auf Gewerbeimmobilien in Deutschland und Nordamerika. Von der Falk AG wurden Immobilienfonds mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 3,2 Milliarden Euro und mit einer Beteiligung von ca. 32 000 Anlegern aufgelegt.

Vertrieben wurden die Falk-Fonds vor allem von einer Reihe von Vertriebsfirmen, insbesondere der S & C sowie vom AWD.  Die Kreditfinanzierung der Fonds übernahm überwiegend die BHW Bank AG.


Die Unternehmenskrise
Die existenzielle Krise der Falk Gruppe wurde zum Jahreswechsel 2004/5 aufgrund der zunächst reduzierten und dann vollständig ausbleibenden Fondsausschüttungen offensichtlich. Nicht zuletzt mitursächlich dafür waren zwei Gründe:
Zum einen bereiteten dem Unternehmen Vermietungsschwierigkeiten und damit verbunden die Zahlung von Mietgarantien für mehrere Fonds erhebliche Probleme.
Zum anderen hatte der Erbbaurechtsfonds Falk-Fonds 80 das Unternehmen in eine geradezu existenzbedrohende Notlage gebracht. Durch eine Steuergesetzesänderung zum Ende des Jahres 2004 wurde das steuerliche Konzept des Falk Fonds 80 zunichte gemacht. Die geplanten Steuervorteile für die Anleger waren nun nicht mehr realisierbar, so dass der Fonds unattraktiv wurde. Dadurch kam der Vertrieb dieses Fonds de facto zum Erliegen.

Zum 01.08.2005 bzw. zum 29.07.2005 wurden Insolvenzverfahren gegenüber der Falk Capital KG, der Falk Financial Marketing KG, der Falk Developement KG und der Falk Asset Management KG wegen Zahlungsunfähigkeit eröffnet. Die Verwaltung der Fonds hat nunmehr die Euro Asset Management GmbH (EAM) übernommen.

Gegen Helmut Falk liegen Strafanzeigen wegen des Verdachts auf Betrug und Untreue vor. Die Staatsanwaltschaft beim Landgericht München I ermittelt auch gegen die ehemaligen Falk-Capital-Vorstände.


FINANZtest warnte
Die Zeitschrift FINANZtest setzte die insolvente Falk Capital AG bereits im Jahre 2005 auf die Warnliste für den Grauen Kapitalmarkt, da Chancen und Risiken der angebotenen Fonds in einem krassem Missverhältnis stünden. Außerdem seien die Fonds unseriös beworben oder mit dubiosen Methoden vermittelt worden. Der Kommentar der Zeitschrift lautete seinerzeit:
„Jetzt droht ihr die Pleite. Folge: Sie (die neue Gesellschaft) forderte unter Androhung von hohen Geldverlusten einen Teil ihrer Anleger auf, einem von der Falk-Gruppe verfassten Rettungsplan zuzustimmen. Fondsspezialist Stefan Loipfinger hält den Rettungsplan aber für ein ‚reines Bereicherungsmodell’ des Vorstands der Falk-Capital-Gruppe“ (FINANZtest 2/2005, S. 36).
Die versprochenen Ausschüttungen der Fonds erhalten die Anleger schon lange nicht mehr oder diese wurden erheblich reduziert. FINANZtest 3/2005, S. 16, schrieb dazu: "So gab es für die Fonds 74 und 75 im zweiten Halbjahr 2004 keine Ausschüttungen mehr. Eine Finanzierungslücke beim Fonds 78 konnte bisher nicht geschlossen werden. Der Fonds 80 muss vermutlich rückabgewickelt werden."


Die Fonds und ihre Situation
Die Falk Unternehmensgruppe legte insgesamt 80 Immobilienfonds auf. Der 81. Fonds war bereits in Planung, nach der Krise des Fonds 80 kam es aber nicht mehr zu seiner Realisierung.

Inzwischen sind die Fonds 68, 71 und 77 insolvent. Den Fonds 72, 73 und 75 droht ebenfalls die Insolvenz. Die Fonds 70 und 80 befinden sich in Auflösung.; Anleger des Falk-Fonds 70 werden keinerlei Gelder mehr aus ihrer Beteiligung erhalten.
Gleichwohl müssen die Kreditraten für die Darlehen, die zur  Finanzierung des Fondsbeitrittes aufgenommen worden sind, weiterbedient werden. So geraten viele Anleger, in Bedrängnis.

Von den Anlegern der insolventen Fonds 68 und 71 wird derzeit ein Teil der von ihnen vereinnahmten Ausschüttungen vom Insolvenzverwalter zurückgefordert.


Der Ausstieg
Viele Anleger sind mit Ausschüttungsversprechungen geworben worden, die wohl nicht realisiert werden können. Aufgrund der Empfehlung von Vermittlern haben eine Reihe von Anleger für den Erwerb der Anteile Kredite bei den Banken aufgenommen sich damit verschuldet. Alles in allem erweist sich jetzt diese Kapitalanlage als ein belastendes Verlustgeschäft für manchen  Anleger, das er am liebsten rückgängig machen würde. Dafür gibt es im Wesentlichen folgende Möglichkeiten:

  • Gegenüber der Fondsgesellschaft:
    Sie haben als geschädigter Anleger Anspruch auf Schadenersatz gegenüber der Fondsgesellschaft, wenn z.B. die Angaben im Prospekt nicht den Anforderungen an die Richtigkeit und Vollständigkeit  genügen.
  • Gegenüber dem Vermittler:
    Sie haben als geschädigter Anleger Anspruch auf Schadenersatz gegenüber dem Vermittler, wenn er Sie bei Zeichnung des Fonds nicht ordnungsgemäß aufgeklärt hat. Er musste Ihnen für Ihre Beitrittsentscheidung ein zutreffendes Bild über das Beteiligungsobjekt vermitteln und Sie über alle Umstände, die für Ihre Anlageentscheidung wesentlich waren - insbesondere die Nachteile und Risiken - zutreffend, verständlich und vollständig aufklären.
    Der Vermittler haftet also bei Falschberatung.
  • Gegenüber der Bank:
    Sie haben als geschädigter Anleger Anspruch auf Rückabwicklung des Darlehens, wenn die Bank Fehler bei Abschluss des Kreditvertrages gemacht hat. Oft ist die Widerrufsbelehrung nicht ordnungsgemäß erteilt worden oder die Gesamtbetragsangabe des Kredites entspricht nicht den gesetzlichen Vorgaben.
     

Rückforderungen des Insolvenzverwalters
Inhaber von Falk-Fonds 71 sind mit Schreiben vom 22. September 2006 vom vorläufigen Insolvenzverwalter der Falk Beteiligungsgesellschaft, RA Josef Nachmann, zur Rückzahlung aller seit dem Jahre 2000 auf ihren Fondsanteil erhaltenen Ausschüttungen aufgefordert worden.
Anleger des insolventen Falk-Fonds 68 wurden ebenfalls mit einer Rückforderung der Fondsausschüttungen durch den Insolvenzverwalter konfrontiert.

Seit Dezember 2006 geht der Insolvenzverwalter gerichtlich gegen die Anleger vor.
 

Aktuell
Lesen Sie zu den Falk-Fonds 68, 70 und 71 unsere Meldungen!


Ansprechpartner:


Sabine Hochmuth
Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht
Tel.: 030 226674-0
E-Mail: hochmuth@gansel-rechtsanwaelte.de

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